Dritte Halbzeit: SV Sandhausen

In der „Dritten Halbzeit“ möchte ich auf das jeweils zurückliegende Spiel unseres VfB schauen. Heute das Spiel gegen den SV Sandhausen, Endstand 2:1.

Eines sollte nach dem heutigen Spiel gegen den SV Sandhausen klar sein: An den letzten Montag verschiedentlich ausgerufenen „neuen VfB“ muss man sich nicht ganz so schnell gewöhnen. Nach einer tollen ersten Halbzeit gegen Düsseldorf wurde man heute doch wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt.

Sicherlich: Sandhausen spielt eine ganz gute Runde und hat  das heute wahrlich nicht schlecht gemacht. Objektiv wäre wahrscheinlich eine Punkteteilung gerecht gewesen. Und ja, der VfB hat drei Punkte geholt und sich in der Tabelle etwas abgesetzt bzw. zumindest gefestigt (Tabellenführer!). Und trotzdem war das heute wieder ein Spiel, dass ob der Zähigkeit sicherlich manchen im Publikum etwas ratlos zurücklässt.

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Deutlich war heute zu sehen, dass Sandhausen die Räume deutlich enger gemacht hat, als dies zum Beispiel gegen Düsseldorf der Fall war. Das resultierte in vielem Ball-Hin-und-Hergeschiebe, dass zwar Mitch Langerak zu einigen Ballkontakten verhalf, für den Zuschauer aber wenig erbaulich anzuschauen war. Zu statisch war das Spiel der gesamten Mannschaft und so fehlte neben Anspielstationen (nur so kamen die häufigen Rückpässe zum Torwart zustande) auch komplett das notwendige Tempo. Und wenn es mal schnell ging, dann waren tatsächlich auch Chancen da, z.B. Julian Green konnte hier in der ersten Halbzeit auf sich aufmerksam machen. Allerdings bedurfte es dann einer feinen Einzelleistung von Carlos Mané, der drei Gegenspieler stehen ließ und anschließend nur noch elfmeterwürdig gestoppt werden konnte. So ging man immerhin mit einer Führung in die Pause, konnte daraus aber kein Selbstbewusstsein ziehen und hat dann in der zweiten Hälfte in typischer VfB-Manier immer weiter nachgelassen und dann förmlich um das Gegentor gebettelt.

Wenig nachvollziehbar fand ich dann auch die Wechsel. Zunächst kam Zimmer für Green, danach Ginzcek für Asano und zum Schluß noch Maxim für Insua. Ich hatte zur Pause eher erwartet, dass Hannes Wolf mehr das Mittelfeld stärken würden, denn hier lief wahrlich nicht viel zusammen. Ich hätte mich sogar dazu verstiegen, Alexandru Maxim mal dort einzusetzen um wieder etwas Schwung in das Spiel des VfB zu bringen. So wurden aber Auswechselungen vorgenommen, die kaum bis gar keinen positiven Einfluss auf das Spiel hatten. Im Gegenteil: Jean Zimmer vergab sogar eine Großchance mit einem schwachen Abschluß und Maxim trat einmal zu einem Freistoß in aussichtsreicher Position an, nur um den Ball dann weit über das Tor zu setzen. Hier hat sich der Trainer glaube ich (als Laie) ein bisschen verzockt. Ich bin sehr gespannt, welche Antworten das Trainerteam für die Zukunft entwirft, denn sicherlich schauen sich die Gegner die grundsätzliche Spielweise des VfB doch sehr schnell aus. Ein 4-4-2 mit Terodde und Ginzcek ist da aktuell aus meiner Sicht (noch) keine Alternative …

Zugute halten muss man der Mannschaft, dass sie zum Schluß nochmal dagegen gehalten hat (getragen auch durch eine tolle Stimmung im Stadion!) und so noch den Führungstreffer erzwungen hat. Es ist noch nicht so lange her, da wäre man nach dem Gegentreffer sang- und klanglos untergegangen. Gegen den kommenden Gegner Heidenheim wird es wieder ein schweres Stück Arbeit werden. Aber hier hat der VfB ja sowieso aus der Hinrunde noch etwas gut zu machen …!

Prost!