Dritte Halbzeit: Würzburger Kickers

In der „Dritten Halbzeit“ möchte ich auf das jeweils zurückliegende Spiel unseres VfB schauen. Heute das Spiel gegen die Würzburger Kickers, Endstand 4:1. Die letzte „Dritte Halbzeit“ für die abgelaufene Saison ist hoffentlich für ganz lange Zeit auch der letzte Text zu einem Spiel in der zweiten Bundesliga.

Alles war gerichtet für einen perfekten Saisonabschluss: Traumhaftes Wetter, ein ausverkauftes Stadion, viele tausend Menschen auf dem Wasen zum Public Viewing und eine Mannschaft, die nicht nur den Aufstieg sondern auch die Meisterschaft aus eigener Hand perfekt machen konnte. Im Vorfeld wurden sowohl im Stadion als auch auf dem Wasen wieder VfB-Fähnchen des Hauptsponsors verteilt, die dann auch zur stimmungsvollen Atmosphäre unter den Fans sehr schön beigetragen haben.

Der VfB begann zwar ganz gut, konnte aber das Spiel in den ersten 30 Minuten nicht wirklich in den Griff bekommen. Mit dem „Ochensturm“ standen von Beginn an in einer 4-4-2-Formation zwei Stürmer auf dem Platz, diese Überlegenheit konnte aber zunächst nicht in Tore umgewandelt werden. Zu häufig vertendelte die Mannschaft den Ball, weil man immer wieder dem vermeintlich noch besser positionierten Mitspieler den Ball zuschieben wollte. Und so blieb es Matthias Zimmermann dann überlassen, in bester Hitzelsperger-Manier das erste Tor (auch für Ihn) aus der Distanz mit einem wunderschönen Schuß zu erzielen. Danach schien der VfB dann langsam aufzuwachen und übernahm immer mehr die Kontrolle über das Spiel. Nach dem Wechsel bekam man dann ganz untypische Szenen zu sehen, denn unser Torschützenkönig Simon Terodde ließ doch die ein oder andere gute Chance liegen (böse Zungen behaupten ja, dass sich ein möglicherweise bevorstehender Wechsel negativ ausgewirkt hat). So hätte der VfB also mal wieder zu diesem Zeitpunkt schon höher führen können (und müssen). Zum Glück fanden dann die beiden Stürmer doch noch zusammen und in feiner Zusammenarbeit erzielte Terodde dann noch die Saisontore 24 und 25. Nachdem die Würzburger Kickers zwischenzeitlich den Anschlusstreffer erzielen konnten, stand es nun 3:1. Der VfB spielte aber auch in dieser Situation weiter nach vorne und so blieb es dem Mann des Tages Daniel Ginczek überlassen, mit einem sehenswerten Drop-Kick-Tor den Schlusspunkt zu setzen. Aufgrund der Ergebnisse auf den anderen Plätzen war der VfB somit nicht nur aufgrund des Torverhältnisses aufgestiegen, sondern auch Meister der 2. Bundesliga in der Saison 2016/2017.


Danach folgte der schon befürchtete Platzsturm vieler Fans, sodass die Ehrung und Überreichung der Radkappe Meisterschale dann auf der Tribüne stattfinden musste. Ich persönlich fühle mich so – und ja: das mag spießig klingen – um einen schönen und würdigen Rahmen für die Feierlichkeiten im Stadion betrogen. Gerne hätte ich die Übergabe mit Konfettiregen etc. gesehen. Dass dann viele Idioten noch im Innenraum randaliert haben (z.B. beide Tore kaputt) und Gegenstände gestohlen haben ist für mich kein Kavaliersdelikt mehr.

Trotzdem war der 21.5.2017 ein toller Tag für den VfB und seine Fans, der hoffentlich lange in Erinnerung bleiben wird! Ich habe es genossen, freue mich jetzt aber auch auf die Sommerpause …

Auf ein Wiedersehen in der 1. Bundesliga!

Prost!