Ausgliederung in Serie: Konklusio

Die Saison ist vorbei, der VfB ist wieder in die 1. Bundesliga aufgestiegen und nach einer wohlverdienten Sommerpause erwartet uns in der nächsten Saison wieder der harte Kampf um den Verbleib in der Liga.

Vor der erwähnten Sommerpause muss aber auch noch das Kapitel „Ausgliederung“ entschieden werden, damit auch das endlich vom Tisch ist.

Natürlich gibt es auch zu diesem Beitrag wieder eine Vertonung (die dann doch mit 30 Minuten einen Rekord aufgestellt hat …):

Ich habe in den letzten Wochen versucht, mich umfassend zu diesem Thema zu informieren. Habe viele Texte, Tweets und Artikel gelesen. Habe auch versucht, die Argumente und Stimmungslagen von Gegnern und Befürwortern in meine Entscheidung mit einfließen zu lassen. Habe selbst auch einiges dazu geschrieben und gesagt.

Am Ende bin ich für mich zu dem Entschluss gekommen, dass ich am 1.6. FÜR die Ausgliederung stimmen werden.

Warum? Unter anderem deshalb:

  • Emotional wird sich für mich nichts ändern, wenn die Profiabteilung in eine AG ausgegliedert ist. Auf dem Platz wird trotzdem immer noch „mein“ VfB stehen (über den man sich dann wie jetzt auch weiterhin freuen oder ärgern kann).
  • Mir ist es nicht egal, wo und wie erfolgreich der VfB spielt. Ich habe den Anspruch, dass der Verein langfristig möglichst dauerhaft „oben“ (d.h. international) spielt.
  • Das Thema „Tradition“ darf für mich in dieser Sache nur dergestalt Einfluss haben, als dass der VfB nicht willkürlich an „seelenlose“ Investoren verkauft wird. Alle Investoren müssen sich zur Geschichte und regionalen Verankerung des Vereins bekennen!
    Ich bin kein Fußballromantiker, der früher alles besser fand und aktuellen Entwicklungen grundsätzlich ablehnend gegenüber steht. (auch wenn gewiss nicht alles gut ist – aber das ist ein ganz anderes Thema …). Ich sehe viel Wahrheit in dem Spruch „Tradition ist nichts ohne Zukunft“.
  • Ich weiß, dass es keine Garantie für den Erfolg nach der Ausgliederung gibt. Für mich erhöht die Ausgliederung und die daraus generierten Geldmittel aber zumindest die Wahrscheinlichkeit auf den Erfolg.
  • Ich bin der Meinung, dass der aktuelle Vorstand seit vielen Jahren die beste Mannschaft ist, der ich einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit den Geldern zutraue. (Gleichzeitig möchte ich an dieser Stelle aber auch sagen, dass dieser extreme Bezug auf Personen für mich auch das kritischste Thema ist! Denn wer irgendwann mal nachfolgt, kann man nun mal nicht sagen.)
  • Außerdem schrecken mich weder die Negativbeispiele aus der Bundesliga (Hallo HSV!), noch sehe ich Momentaufnahmen der Erfolge von nicht ausgegliederten Vereinen als Argument gegen die Ausgliederung (ja, Freiburg z.B. war in der abgelaufenen Saison erfreulich erfolgreich, die längerfristige Betrachtung sieht aber deutlich wechselhafter aus).

Mir ist klar, dass manche diesen Argumenten nicht werden folgen können. Mich vielleicht sogar für einen „Präsidenten-Vorstand-Fanboy“ und/oder keinen „echten“ Fan oder „echtes“ Mitglied halten. Wenn, dann ist das halt so. Ich akzeptiere für mich, dass es unterschiedliche Meinungen gibt, auch wenn ich die Argumente teilweise nicht nachvollziehen kann oder relevant finde. Aber zum Schluss wünsche ich mir, dass nach der Abstimmung keine zwei unversöhnliche Lager entstehen (auch wenn sich eine Gruppe wird nicht durchsetzen können). Dies ist immer noch unser aller VfB Stuttgart und wir Mitglieder (und Fans) müssen im Interesse des Vereins zusammenstehen!

#fürimmerVfB