Lost in Schwaben

Unsere Gesellschaft befindet sich in einem rasanten Wandel. Die Digitalisierung hält schon längst Einzug und die Vernetzung über verschiedenste Social-Media-Plattformen ist gelebter Alltag. Selbstverständlich bedienen auch alle Fußballvereine und die meisten Spieler mittlerweile mindestens einen dieser Kanäle. Zu welchen Auswüchsen das führen kann, konnte man dieser Tage an der Causa #Cordova erkennen, einem Krimi, wie er nur in der schwäbischen Provinz stattfinden kann.

Akt 1: Next stop Germany
Flughafen Paris, Sonne, leichter Wind, die Frisur sitzt. Zu sehen auf einem Snapchat-Posting von Sergio #Cordova, das er vom Wartebereich des Flughafens absetzt. Sofort gehen Spekulationen los, welchen Flug er wohl nehmen wird. Stuttgart ist völlig klar, einzig die Uhrzeit ist noch offen. Sofort werden über Twitter Sit-ins am Flughafen organisiert, um den Spieler beim Eintreffen beobachten zu können. Außerdem möchte man verhindern, das Louis Figo den neuen Spieler zu lange am Flughafen aufhält. Der erste mögliche Flug kommt ohne den besonderen Passagier an und auch im zweiten Flugzeug sitzt er nicht. Was ist passiert? Pfeifend macht sich die Melodie der von „Akte X“ in den Köpfen breit …

Akt 2: Lost in Schwaben
Stunde um Stunde vergeht, doch weiterhin gibt es kein Lebenszeichen von Sergio. So langsam macht sich Unruhe breit, es wird das schlimmste vermutet: #Cordova hat gar nicht den Weg nach Stuttgart gefunden. Aber wo ist er dann? Hat er sich etwas in Schwaben verlaufen und irrt nun einsam und verlassen umher? Irgendetwas in der Art muss es sein, denn es war ja schon ziemlich sicher, dass er in Stuttgart angekommen einen Vertrag unterschreiben und mit seiner Offensivstärke die schon starke Offensive verstärken würde. Aber es werden auch erste Zweifel laut: Ist #Cordova gar unterwegs in das „andere Schwaben“? Nach Augsburg? Auch ein zwischenzeitlich aufgetauchtes Foto von einer Toilette (!) mit hochgeklappten Klodeckel (!!) gibt keinen weiteren Aufschluss.

Akt 3: Ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann
Stunden um Stunden vergehen quälend, bis es wieder ein Lebenszeichen von #Cordova gibt. Auf einem Bild ist ein Tischbein, Stühle, ein roter Teppich (rot!!) und rote Schuhe (schon wieder rot!) zu erkennen. Nun ist es klar: der Spieler ist in den heiligen Hallen des VfB eingetroffen (ihr wisst schon: Rot!!!) und unterschreibt seinen Vertrag. Und trotzdem nagen weiterhin Zweifel an der gespannt folgenden Twitterschaft. Warum war er nicht im Flugzeug? Ist er mit dem Fallschirm früher abgesprungen? Kann es sein, dass auch die lokale Presse tatsächlich keine Informationen hat? Und warum dauert das alles sooo lange? Viele Fragen, auf die es zunächst keine Antwort zu geben scheint.

Bis dann der FC Augsburg folgendes twittert:

Und was bleibt? Ein recht vergnüglicher Vormittag auf Twitter und Geld für Spieler, die wir dringender brauchen können.