I´m easy (like Sommervorbereitung)

Kinder, wie die Zeit vergeht: Eben haben wir noch freudentrunken im Siegestaumel den Aufstieg gefeiert. Und jetzt geht die Welt unter!?

Denn der alte Erstliga-VfB ist wieder da! Macht nur Fehler in der Kaderplanung, spart sich zu Tode und hat einen unfassbar nervigen Hash-Tag ins Leben gerufen. #stuttgartgehtab mag auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen zutreffen, sicherlich aber nicht auf die Verstärkung unserer Abwehr. Und weil die Mannschaft jetzt viel zu jung und unerfahren ist, steht uns so eine weitere Saison in den Niederungen der Tabelle bevor. Und nächstes Jahr geht es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dann wieder nach Sandhausen (und vielleicht auch wieder nach Karlsruhe). Und das mit dem ganzen Geld vom Daimler!!!!!!

Wie in jedem Jahr macht sich mit zunehmender Dauer der Sommerpause wieder eine nicht zu überhörenden Unruhe breit. Dabei gerät zunehmend Jan Schindelmeiser und der von ihm zusammengestellt Kader in den Fokus (einen „Sturm im Wasserglas“ hat man dazu auch schon produziert).

So wird kritisiert, dass man auf der Position des Torwarts mit der Verpflichtung von Ron-Robert Zieler nicht nur (zu) viel Geld ausgegeben hat, sondern hier auch eine unnötige Baustelle in Bezug auf das Teamgefüge aufgemacht hat. Außerdem seien beide Torhüter qualitativ ähnlich einzuschätzen und von daher würde die Neuverpflichtung nichts bringen.

Der größte Quell der Unzufriedenheit – und auch wirklich die größte Baustelle im Kader – ist aber nach wie vor die Abwehr. Hier gab es tatsächlich außer einem Backup für Insua auf der linken Seite noch keine Neuverpflichtung. Während man im Mittelfeld und im Sturm mittlerweile über ein Überangebot von Spielern verfügt, ist die Defensivabteilung weiterhin die Schwachstelle im Kader. Inbesondere für die Innenverteidigung wird noch dringend nach einem erfahrenen Abwehrspieler gesucht, der den recht jungen Kollegen auch in diesem Mannschaftsteil mehr Stabilität geben kann (und muss).

Aber auch das Trainer-Team um Hannes Wolf scheint den ein oder anderen Fehler zu machen. So wird von vielen bemängelt, dass noch immer keine Stammelf erkennbar ist. Alle Testspiele gingen bisher verloren, teilweise standen wild zusammengewürfelte Mannschaften auf dem Platz. Auf diese Art und Weise könne sich die Mannschaft nicht finden und einspielen heißt es dann.

Man mag mich für hoffnungslos naiv, gutgläubig und viel zu positiv eingestellt halten, aber ich sehe das nicht so und bin da zum jetzigen Zeitpunkt noch relativ entspannt.

Zunächst bin ich weiterhin sehr angetan davon, dass nach Jahren endlich mal wieder eine klare Linie im Verein erkennbar ist. Die Verpflichtung von Spielern folgt einem definierten Konzept und ist nicht nur irgendwo zu Papier gebracht. Der Vertrag mit dem Trainer und Co-Trainer wurde vorzeitig um ein Jahr verlängert (und hier finde ich es auch gut, dass es „nur“ ein Jahr ist). Die nun zur Verfügung stehenden Geldmittel (die auf einem überhitzten Markt auch gar nicht sooo üppig sind) werden maßvoll eingesetzt. Und was man bisher so von den neuen Spielern in Testspielen sehen konnte, ist doch einiges Potential vorhanden.

Sicherlich ist es so, dass der VfB mit dieser Strategie insbesondere bei der Kaderplanung Risiken eingeht. Schließlich weiß man nie, wie neue Spieler einschlagen werden und ob Akteure aus dem bereits bestehenden Kader auch weiterhin eine erwartbare, gleichbleibende Leistung bringen werden. Bei vielen jungen Spielern besteht zusätzlich noch die Herausforderung, dass diese trotz allen Potentials weiterentwickelt werden müssen und es manchmal noch länger dauert, bis die Leistung stimmt.

Ich stehe für mich aber auf dem Standpunkt, dass uns Außenstehenden aktuell noch der tiefe Einblick in das tatsächliche Auftreten der Spieler, die Planungen des Trainer-Teams und das Zusammenspiel der Mannschaft fehlt. Somit fehlt eigentlich jegliche Grundlage für alle Chef-Trainer dieser Welt, um valide Einschätzungen abgeben zu können. Und deswegen halte ich mich dann weitestgehend auch mit Kommentaren zurück (oder versuche es zumindest). Spätestens ab dem ersten Pflichtspiel kann man dann sehen, wie gearbeitet wurde und wie die Mannschaft spielt. Dann ist auch der Zeitpunkt für Analysen, Kritiken und Kommentare gekommen. Außerdem möchte ich für mich nicht in Anspruch nehmen, über derart tiefes Fachwissen wie die Verantwortlichen beim VfB zu verfügen, kann also sowieso nur einen begrenzten Beitrag zur Diskussion leisten.

All dies zusammengenommen lässt mich, wie oben schon erwähnt, aktuell noch recht ruhig auf die Vorbereitung schauen. Die einzige Erwartung, die ich an Trainer und Mannschaft habe, ist, dass eine Weiterentwicklung erkennbar ist.

In der aktuellen Transferperiode wurden in Deutschland 11948 Transfers getätigt (Quelle: Transfermarkt, abgerufen am 26.7.) und die Zahl ist stetig steigend. Da wird dann bestimmt auch für den VfB noch was kommen …

Hier noch zum Lockermachen der Soundtrack zum Beitrag: