Chaostage reloaded

Als VfB-Fan kennt man alle Höhen und Tiefen. Das geht von Abstieg zu Aufstieg, Sieg zu Niederlage und Bobic zu Dutt. Der heutige Freitag stellt aber selbst in dieser Reihe eine Besonderheit dar.

Hatte man die Berichterstattung in den letzten Tagen verfolgt, dann ist man in den heutigen Tag in Erwartung der Verpflichtung von Holger Badstuber gestartet. Das hatte sich zwar etwas hingezogen, aber am Ende wäre es ja nur „business as usual“ gewesen. Aber dann kam der „Tag der langen Messer“. Oder wie Game of Thrones-Fans sagen würden: „Red Wedding“ …

Für die meisten überraschend (nicht allerdings für Gunter Barner) hat sich der VfB Stuttgart vom Vorstand Sport Jan Schindelmeiser getrennt. Der Verein hat sich nur in den üblichen Worthülsen zu diesem Vorgang geäußert und auch ein Statement von Schindelmeiser ist eher knapp und allgemein. Und das bietet natürlich viel Raum für Spekulationen jeglicher Art (die ich an dieser Stelle nicht wiederholen möchte). Klar ist auf jeden Fall, dass man aufgrund der aktuellen Informationslage nicht genau sagen kann, was jetzt genau die Gründe für die Trennung waren. Jeder, der sich eng mit dem VfB verbunden fühlt, hat das nachvollziehbare Bedürfnis, mehr Inhalte zu dieser Entwicklung zu bekommen. Diese wird es aber bis auf weiteres von keiner der Parteien geben. Und damit müssen wir uns alle abfinden.

Wahr ist aber auch, dass der VfB aktuell nach außen wieder – man scheint hier aber auch überhaupt nichts dazuzulernen! – ein mehr als chaotisches Bild abgibt. An einem Tag den Sportvorstand zu feuern, nur um dann kurz darauf die Verpflichtung eines neuen Spielers bekanntzugeben zeugt schon von sehr wenig Gespür für Kommunikation. Das macht es Fan und Mitglied nicht leicht, hat aber auch eine verheerende Wirkung nach außen und es ist zu hoffen, dass der Einfluss nach innen auf Mannschaft und Trainer in der Vorbereitung nur begrenzt bleibt! Auch wenn man wohl schon kurzfristig in Michael Reschke einen Nachfolger präsentieren kann, von dem es viel Gutes zu lesen gibt, so entsteht dennoch in dieser wichtigen Phase vor dem Start der Saison ein gewisses Vakuum. Außerdem hoffe ich auch, dass diese Vorgänge nicht auch noch bei anderen Personen (z.B. Hannes Wolf) einen „Denkprozess“ in Gang setzen … Und es tut mir ehrlich auch für Holger Badstuber leid, der an so einem miesen Tag seinen Start beim VfB hatte.

Und auch wenn ich von außen gesehen einen sehr guten Eindruck von Jan Schindelmeiser hatte und ich es schade finde, dass er nun gehen musste, so gibt es doch noch einen Umstand, der mich in dieser Sache wirklich runtergerissen hat. Ich spreche davon, dass viele in ihren ersten Reaktionen nichts besseres zu tun hatten, als diese Vorgänge denjenigen anzulasten, die auf der letzten aoMV für die Ausgliederung gestimmt haben. Und dies teils in doch persönlich verletzenden Worten. Auch ich gehöre zu denjenigen, die im Vorfeld die handelnden Personen im Vorstand (und hier insbesondere im Resort „Sport“) als einen der großen Pluspunkte FÜR eine Ausgliederung gesehen haben. Und auch wenn dies nicht die einzige Grundlage für die Entscheidung war, so hat sich die Situation nun deutlich verändert. Und natürlich macht man sich Gedanken, wie es mit dem VfB weitergehen wird. Hinterfragt sich, ob es wirklich die richtige Entscheidung war. Kommt aber vielleicht zu dem Schluß, dass die Entscheidung zum DAMALIGEN Zeitpunkt aus unterschiedlichen Gründen richtig war. Weg mag kann sich die damaligen Artikel hier im Blog gerne nochmal durchlesen.

Bei allem Frust sollte das aber aus meiner Sicht kein Anlass sein, nun wieder übereinander herzufallen!

Die Stuttgarter Zeitung hat zu dem heutigen Tag und den Vorgängen einen guten Artikel veröffentlicht.