Schlaf im Schacht

„Wir haben nur Lehrgeld bezahlt, wenn wir auch daraus lernen.“

(Hannes Wolf, Stuttgarter Zeitung).

Dass die Saison nach dem Aufstieg in die erste Bundesliga kein Zuckerschlecken werden wird, sollte allen klar sein. Jedes Spiel ist eine neue Herausforderung, leichte Gegner gibt es keine und am Ende zählt nur jeder Punkt gegen den Abstieg. Wenn man dann auf eine Mannschaft wie Schalke trifft, die als Saisonziel die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb ausgerufen hat, dann muss man schon die Erwartungen realistisch halten. Ein Punktgewinn wäre also bei der Ausgangslage schon eine Überraschung gewesen. Und doch geht man nach dieser Niederlage wieder aus dem Spiel und denkt, dass der VfB hätte mehr erreichen können. Wenn nicht …

… die Mannschaft für wenige Minuten in einen kollektiven Tiefschlaf gefallen wäre und so ein Tor ums andere kassiert hätte. War der Elfmeter noch einigermaßen aus dem Spiel heraus durch eine Drucksituation der Schalker entstanden, so waren dann die beiden Tore innerhalb von zwei Minuten nach der Halbzeit einfach nur dämlich.

… deutlich erkennbar noch das Zusammenspiel zwischen den Mannschaftsteilen und auch Kreativität fehlt. Simon Terodde kann einem an dieser Stelle wirklich leid tun, denn aktuell hängt er – alleingelassen von seinen Mitspielern – noch komplett in der Luft. Muss sich aber Fragen gefallen lassen, wann er denn wohl endlich mal in der Bundesliga treffen würde.

… individuelle Schwächen die Situation dann noch weiter verschärfen würden. Für mich auffällig in diesem Spiel waren viele kleine Abspiel- und Stockfehler, die den Spielfluß immer wieder gehemmt oder dem Gegner den Ball gegeben haben. Geschwindigkeit ist so nur schwer reinzubekommen. Natürlich gab es dann auch noch die großen Klopper, den ein Naldo z.B. sollte man so frei nicht zum Kopfball kommen lassen.

Was bleibt sonst noch vom Spiel?

  • Andreas Beck hat ein solides erstes Spiel gemacht. Man kann schlechter starten.
  • Ron-Robert Zieler hat den ein oder anderen Ball rausgeholt und uns so vor einer noch höheren Niederlage bewahrt. Den Elfmeter hätte er vielleicht halten können (müssen?).
  • Die Einwechselspieler haben tatsächlich nochmal etwas Zug in das Spiel des VfB gebracht. Ascacibar hat gleich mal gezeigt, wie er die Gegner anzugehen gedenkt und Donis und Asano (mit Abstrichen) konnten vorne nochmal ein paar Aktionen setzen.

Der VfB wird seine Punkte in dieser Saison wohl vor allem im eigenen Stadion holen müssen. Insofern ist das nächste Spiel gegen Wolfsburg schon mit Druck verbunden. Ich bin aber trotzdem auch davon überzeugt, dass sich die Mannschaft noch zum Positiven entwickeln wird und im Laufe der Saison immer mehr in Tritt kommen wird.

Für die Saisonspende ist mit diesem Spiel leider nur ein Euro dazugekommen.