Wundertüte VfB

Vor dem morgigen Spiel gegen den SC Freiburg hat der VfB nun einen guten Teil der Hinrunde in der ersten Bundesliga und zwei Pokalspiele hinter sich gebracht. Dabei ist nicht nur die Mannschaft, sondern auch der Trainer und der Verein an sich teilweise schwer einschätzbar. Eine Wundertüte eben …

Die Mannschaft

Eigentlich ist es schon nicht richtig, von „der“ Mannschaft zu schreiben, denn auf dem Feld hat sich zwar ein Grundgerüst an Spielern herauskristallisiert, aber taktische Erwägungen des Trainers (dazu nachher mehr) und die leider regelmäßig auftretenden Verletzungen verhindern, dass es eine „Standard-Elf“ gibt. Das führt trotz allen Trainings natürlich dazu, dass Abläufe unter Wettkampfbedingungen schwer einzuschleifen sind und sich die jeweils aktiven Spieler immer wieder ein Stück weit zusammenfinden müssen. Dazu kommen dann leider individuelle Fehler, die dann auch mal den Unterschied machen können (bei Benjamin Pavard ist es ja zum Glück gegen den FCK nochmal gutgegangen …).

Ja, wir sind einer der beiden Aufsteiger und was zählt ist der Klassenerhalt. Da bin ich völlig dabei. Man kann sich bei fast allen Spielen aber des Eindrucks nicht erwehren, dass die Mannschaft doch noch hinter dem Potential, zumindest aber hinter den Anforderungen zurückbleibt. Und tatsächlich auch schon besser dastehen könnte, wenn man noch ein paar Prozent mehr aus sich rausgekitzelt hätte. Hannover macht uns ja aktuell vor, wie man auch als Aufsteiger auftreten kann. Die Saison ist noch lang und es wird noch viel passieren. Die Mannschaft wird hoffentlich irgendwann mal eine festere Struktur bekommen und sich mehr und mehr einspielen. Zu wünschen wäre auch, dass der Verletztenstand reduziert wird und so nicht immer wieder ein Umbau der Mannschaft notwendig wird. Die „Wundertüte“ wird uns hier aber noch eine ganze Weile begleiten …

Der Trainer

Ich mag Hannes Wolf. Er steht für mich für das was den VfB ausmachen sollte: Perspektive, Mut und Sympathie. Und ist damit eigentlich der einzige Verantwortliche in exponierte Position. Insofern könnte man ihn schon fast als „Standortfaktor“ bezeichnen, denn seine Rolle in unterschiedlichste Richtungen (und nicht nur die sportlichen) sollte nicht unterschätzt werden. Ganz insbesondere auch von den Vorständen der AG nicht! Ich will hier auch definitiv keine Trainerdiskussion starten.

Es ist aber auch wahr, dass Hannes Wolf noch ein junger Trainer ist, der nun Erfahrungen im Profifussball sammelt und dabei auch Fehler macht. So muss man sich zum Beispiel bei mancher Aufstellung oder Auswechslung schon fragen, was dabei die genaue Intention war. Noch grundsätzlicher wäre die Frage, ob das nun praktizierte Spielsystem schlicht und einfach nicht zur Mannschaft passt, weil zum Beispiel die elementar wichtigen schnellen Aussenspieler fehlen. Müsste man da die Taktik nicht überdenken? Ich gebe aber auch gerne zu, dass ich das nur laienhaft sehe und der Trainer wahrscheinlich viel komplexer denkt und einen entsprechenden Matchplan entwirft. Und wenn man sich den Trainer während des Spiels anschaut, dann ist da meiner Meinung nach doch oft auch mal die Unzufriedenheit zu sehen, die er ansonsten gar nicht so nach außen tragen will. Dennoch: Auch Hannes Wolf hat seinen Anteil daran, dass der VfB noch eine Wundertüte ist.

Der Verein/die AG

Ach ja. Ein schwieriges, ein immer schwieriger werdendes Kapitel. In den letzten Monaten haben sich hier ein paar Dinge entwickelt, die ich kritisch sehe (stellvertretend sei hier die mögliche Beteiligung irgendwelcher Fonds am VfB genannt) oder noch eine Meinung entwickeln muss (2. Mannschaft auflösen ja oder nein?). Mich würde daher interessieren, wie bei Euch die allgemeine Wahrnehmung ist und an dieser Stelle gar nicht viel weiter zu diesem Thema schreiben: