Laues Lüftchen an der Weser

Guter Angriff und gute Verteidigung beginnen beide mit guter Entwicklung.

(Bruce Moon)

Ein Zitat, dass – so dachte man zumindest in den letzten Spielen – ganz gut auf den VfB zutreffen würde. Immerhin ist man Zuhause weiter ungeschlagen und hatte zuletzt mit dem Unentschieden in Hannover den ersten Auswärtspunkt geholt.

Und dann kam das Spiel gegen Bremen.

Beide Mannschaften gingen mit einem sehr ähnlichen Matchplan in das Spiel, der darauf beruhte den Gegner jeweils früh anzulaufen und schon in der eigenen Hälfte nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Das machten die Teams auch dermaßen konsequent, dass man dies in einem Hin und Her auf beiden Seiten abwechselnd gut beobachten konnte. Insgesamt führt dies zu einem teilweise recht schnellen, vor allem aber sehr zerfahrenem Spiel ohne wirklich große Höhepunkte. Und wenn es der Gegner nicht schafft, dann hilft der VfB ja auch mal gerne mit und war mal wieder nach einem schnell ausgeführten Freistoß (der allerdings gegeben wurde, ohne das ein Foul vorlag!) einfach nicht präsent genug und fing sich so mit dem Pfiff zur Halbzeit das einzige Tor des Tages. Ganz bitter. Und leider irgendwie auch ganz typisch. Hatte man in der vergangenen Saison in der zweiten Liga ja schon gesehen.

Wer dann allerdings erwartet hatte, dass die Mannschaft bis unter die Haarspitzen motiviert aus der Kabine kommen würde, der sah sich leider getäuscht. Denn es spielte weiterhin nur Bremen, die spürbar Lust auf das zweite Tor hatten. Ein Tor, welches dann auch fiel, aber durch den Video-Assistenten angezweifelt und dann auch vom Schiedsrichter zurückgenommen wurde. Eine sehr knappe Entscheidung. Vom VfB kam nach vorne gar nichts, auch als dann nach und nach noch sämtliches offensive Personal eingewechselt wurde (Donis, Terodde, Akolo) entwickelt sich hier nicht wirklich mehr. Und wenn man so Probleme im Sturm hat (von dem vor der Saison viele dachten, dass das der beste Mannschaftsteil wäre), dann kommt halt nur ein laues Lüftchen raus. Am Ende eine aus meiner Sicht nicht ganz unverdiente Niederlage, auch wenn ein Unentschieden wahrscheinlich gerechter gewesen wäre.

Eine Bemerkung noch zu Hannes Wolf. Ich finde, dass er in diesem Spiel Fehler in der Aufstellung gemacht hat und diese dann auch viel zu spät korrigiert hat. Im Angriff mit Asano und Brekalo aufzulaufen funktioniert dann, wenn man genügend Platz hat um die Schnelligkeit dieser Spieler einzusetzen (siehe zum Beispiel die Partie gegen Dortmund). Dies war aber heute definitiv nicht der Fall und somit verpuffte der Vorteil, den man sich an dieser Stelle erhofft hatte. Dann aber bis in die laufende zweite Halbzeit zu warten, um hier Spieler zu bringen, die auch eine gewisse Körperlichkeit einsetzen zu können, ist für mich der zweite Fehler, den der Trainer an diesem Tag gemacht hat. Nicht falsch verstehen: Ich möchte hier auf keinen Fall eine grundsätzliche Trainerdiskussion vom Zaun brechen (nichts läge mir ferner). Trotzdem sollte man aber die getroffenen Entscheidungen auch kritisieren dürfen.

Bild via vfb.de

Und dann hat Andreas Beck noch dies zum Spiel gesagt:

Uns hat der letzte Punch gefehlt. Mit so einer Leistung, wie wir sie heute abgeliefert haben, darf man eigentlich nicht ohne Punkt aus dem Spiel gehen.

Vielleicht ist die Perspektive aus Sicht der unmittelbar Beteiligten (ob Spieler oder Trainer) manchmal einfach unterschiedlich zu dem, was man von Außen sieht. Ich sehe es so: