Ein Blick zurück

Am 03.01.2017 – also genau vor einem Jahr – erschien der erste Beitrag hier im Blog. Anlass genug, auf das vergangene Blog-Jahr zurückzublicken.

Der ursprüngliche Antrieb dafür, diesen Blog zu starten, war das Gefühl, im Rahmen der gerade so ganz langsam anlaufenden Kampagne für die Ausgliederung eine eigene Plattform zu haben. Grundsätzlich würde ich mich als „moderaten Kritiker“ bezeichnen, der beim VfB sicher nicht alles schlecht findet, aber manche Dinge auch nicht unwidersprochen lassen will. Und so finden sich hier immer wieder Einträge, die sich inhaltlich eher um Dinge des Vereins drehen und ein Vehikel sind, diskussionswürdige Themen auch offen/öffentlich ansprechen zu können. Daneben muss es aber natürlich auch um den Sport gehen, denn schließlich ist das der Kontaktpunkt, den die meisten mit dem VfB Stuttgart haben (zumindest alle Mitglieder möchte ich aber dazu ermutigen, sich auch mit den Dingen des Vereins und der AG auseinanderzusetzen!).

Ja, der Sport. Auch dieser hat im Jahr 2017 natürlich sehr viel Anlass zum schreiben gegeben. Das Auf und Ab in der zweiten Bundesliga, der letztendlich mehr als verdiente Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga am 21. Mai und dann die ersten Schritte in der „höchsten deutschen Spielklasse“.

Wir haben in Hannes Wolf einen jungen, talentierten und sehr sympathischen Trainer bekommen, der innerhalb kürzester Zeit zu einem DER Gesichter beim VfB geworden ist. Noch liegt er nicht immer richtig, aber das Potenzial ist absolut da. Und das darf er hoffentlich auch bis zum Ende der regulären Vertragslaufzeit unter Beweis stellen.

Aber auch Spieler haben von sich reden machen. Kevin Großkreutz hat (mal wieder) deutlich über die Stränge geschlagen und musste daher gehen. Christian Gentner wurde im Spiel gegen Wolfsburg schwer verletzt, ist aber nach rekordverdächtiger Zeit wieder auf dem Platz gestanden. Und mit Holger Badstuber, Andreas Beck und Dennis Aogo hat man drei erfahrene Spieler verpflichtet, die bisher sehr unterschiedlich erfolgreich waren (um es mal so zu formulieren …). Wenig Diskussion gibt es dafür um Santiago Ascacibar, unseren „Gift-Goucho“ (© Christian Prechtl), der gleich richtig gut eingeschlagen ist.

Die „Festung“: Hier feierten wir den Aufstieg, spielte sich manches Drama ab und war der VfB fast das ganze Jahr 2017 ungeschlagen.

Der erfolgreichste Beitrag in dieser Zeit war mein offener Brief an den neuen Sportvorstand Michael Reschke. Geschrieben unter dem Eindruck der zuvor erfolgten, sehr überraschenden Entlassung von Jan Schindelmeiser, scheint dieser Text doch bei vielen Leuten etwas zum schwingen gebracht zu haben – über 7.000 Aufrufe sprechen da eine deutliche Sprache. Inwieweit dieser Brief einen Blick in die Zukunft geworfen hat und ob die darin formulierten Wünsche Realität geworden sind (oder noch werden oder werden können), mag jeder selbst beurteilen.

Von solch eher aussergewöhlichen Tagen mal abgesehen hat sich aber auch insgesamt der Traffic über das Jahr hin positiv entwickelt. Waren es im Januar 2017 noch ganze 63 Aufrufe, so hat sich diese Zahl mittlerweile im niedrigen vierstelligen Bereich eingependelt. Das sind im Vergleich zu anderen Seiten und Blogs noch eher kleine Zahlen, ich bin aber mit der Entwicklung (die an dieser Stelle ja auch noch nicht zu Ende sein soll!) wirklich zufrieden. Weniger gut finde ich, dass es leider nur sehr wenige Kommentare auf der Seite gibt. Dabei sehe ich meinen Blog – soweit möglich – nicht als Einbahnstraße sonder auch als Gelegenheit mit EUCH ins Gespräch zu kommen. Ja, vieles läuft über die Sozialen Medien, manchmal ließe sich hier auf der Seite aber vielleicht auch noch etwas ausführlicher (und sachlicher) diskutieren. Also: TRAUT EUCH!

Denn eigentlich gibt es ja auch viel zu besprechen. Ich habe mich oben als „moderaten Kritiker“ bezeichnet und diesen auch kurz definiert. In meinem Umfeld bekomme ich aber immer wieder auch mit, wie ablehnend viele mittlerweile dem VfB und auch einzelnen Personen gegenüberstehen. Ich finde es an manchen Tagen tatsächlich schwer, mit diesem Grundpessimismus fertig zu werden. Da kann der VfB oder eine der Personen in exponierter Stellung tun was er will, es wird immer ein Strick draus gedreht. Bei aller, oft auch berechtigter Kritik, macht mich sowas manchmal echt sprachlos. Ich versuche daher – den Erfolg müssen die Leser beurteilen – einigermaßen ausgewogen in der Darstellung der Themen zu sein. Natürlich habe auch meine Meinung und diese vertrete ich auch wo nötig, versuche ich aber auch eine Gegenposition einzunehmen. Und dann bin ich den „VfB-Bruddlern“ doch wieder dankbar, weil sie mir eben zu einen guten, für mich letztendlich doch wichtigen Einblick in diese Positionen verhelfen (mal ganz davon abgesehen, dass wir allermeistens einen wirklich richtig guten Austausch haben!).

Das neuste Format hier im Blog ist die „Nachspielzeit“. Bisher sind drei Folgen erschienen, die sowohl über Soundcloud als auch über die gängigen Podcast-Programme abgerufen werden können. Hier setzte ich mich mit Themen auseinander, die vielleicht zu komplex niedergeschrieben zu werden oder wo es vielleicht auch mal auf die Zwischentöne ankommt. Die „Nachspielzeit“ steht immer noch am Anfang, hier plane ich in der Zukunft das inhaltliche Profil noch zu schärfen (um es mal so zu sagen: um aktuelle sportliche Themen soll es nur am Rande gehen). Ich bin selbst gespannt, ob dies gelingen wird. Wenn Euch das gehörte gefällt, dass bewertet den Podcast gerne und hinterlasst eine Bewertung (und wenn es nicht gefällt, dann schreibt mich an!).

Dieser Blog hat mir (zusammen mit Twitter) auch die Möglichkeit gegeben, viele neue Menschen rund um den VfB kennenzulernen. Dies empfinde ich wirklichlich als Bereicherung und sage „DANKE“! You know who you are. Vielleicht kommt ja irgendwann auch mal noch die ein oder andere Person VOM Verein dazu …

Ein weiteres „DANKE“ gebührt natürlich auch Euch, den Lesern! Ihr seid das Salz in meiner V-f-B-Buchstabensuppe. 🙂

Mal schauen, was der VfB so im Jahr 2018 bereithält. Ich werde es gerne hier begleiten.