Der VfB steht im Regen

Der VfB hat mal wieder auswärts verloren, 3:2 in Mainz. Holger Badstuber und Daniel Ginczek konnten sich in die Torjägerliste eintragen, Ron-Robert Zieler hatte dafür trotz einiger starker Situationen insgesamt einen schwarzen Tag (war damit aber auch nicht alleine). Und auch wenn sich das Ergebnis eigentlich gar nicht so deutlich anhört, so war zumindest eindeutig zu sehen, dass beim VfB aktuell was ganz gewaltig schief läuft.

Mir will es immer noch nicht in den Kopf, dass die Mannschaft nach dem Aus im Pokal nicht komplett brennend auf den Platz gegangen ist um die Mainzer aus dem Stadion zu schießen. Nach der Schmach vom Dezember war etwas gutzumachen, dachte ich. Aber Pustekuchen. Auf (für beiden Mannschaften) sehr schlechtem Geläuf haben es die Stuttgarter nicht wirklich geschafft, das Spiel in den Griff zu bekommen und die (glückliche) Führung auszubauen oder zumindest clever zu verwalten. Der erste, durch Eingriff des Video-Assistenten, nicht gegebene Treffer der Mainzer hätte eigentlich ein Weckruf sein sollen. Im Ergebnis hat der Gegner dann aber nur wenige Minuten gebraucht, um dann das erste reguläre Tor zu erzielen. Und das in der psychologisch immer schwierigen Phase unmittelbar vor der Pause. Die Gegentreffer zwei und drei fielen dann innerhalb von zehn Minuten und der VfB hat es dann erst in der Nachspielzeit geschafft, noch den Anschlusstreffer zu erzielen. Viel zu spät um noch etwas zu holen.

Ins Bild passten dann dazu auch noch, dass man mit Chadrac Akolo einen Spieler aus dem Kader nehmen musste, weil die notwendige Arbeitserlaubnis bei der Übermittlung vom VfB zur DFL irgendwie verschütt gegangen ist. Somit wurde der Matchplan von Hannes Wolf dann mutmaßlich wenige Minuten vor dem Spiel nochmal auf den Kopf gestellt. Ein menschliches oder technisches Versagen also, dass sich (zumindest rein hypothetisch) durchaus auf das Spiel ausgewirkt hat. Und egal wo die Ursache lag: In der AG sollte man sich schon mal hinterfragen, ob dies dem eigenen Anspruch entspricht.

vfb in Mainz

Symbolisch für das Spiel in Mainz / via vfb.de

Nun stellt sich die Frage, worin diese sehr schlechte Phase begründet ist und was man tun kann, um da wieder rauszukommen.

Carlos Ubina hat in einem Artikel für die Stuttgarter Zeitung drei Handlungsfelder identifiziert und liegt damit wahrscheinlich auch nicht falsch. Schade ist aber, dass hier ausschließlich auf den Trainer abgezielt wird (was der Sache nicht ganz gerecht wird) und auch ein Titel gewählt wurde, der wohl vor allem Klicks generieren soll („Der VfB am Boden“). Nun sind es die leider normalen Mechanismen des Geschäfts, dass in einer Krise immer zuerst auf den Trainer geschaut wird. Und ja, Hannes Wolf macht sicherlich nicht alles richtig bzw. manche Dinge sind für Außenstehende manchmal einfach schwer nachvollziehbar (manche Auswechslungen muss man nicht verstehen). Und natürlich ist er auch für Aufstellung und Taktik verantwortlich. Auf der anderen Seite muss Wolf aber auch mit einer Mannschaft etwas auf die Beine stellen, die scheinbar doch nicht so richtig ausgewogen zusammengestellt ist. Mittlerweile hat man ja sowohl erfahren als auch junge Spieler, die richtige Balance hat man aber ganz offensichtlich immer noch nicht gefunden. Hannes Wolf steht also vor großen Aufgaben. Und ist sich dessen sicherlich auch bewusst. Mit Mario Gomez hat man sich nun zum Prinzip eines Zielspielers im Angriff entschlossen, da muss dies dann aber auch mit aller Konsequenz umgesetzt werden (hätte man mit Terodde allerdings auch schon machen können …)! Und da das dann aber relativ einfach auszurechnen ist, müssen auch die anderen Offensivspieler dann nochmal eine Schippe drauflegen und die entstehenden Lücken nutzen.

Vor großen Aufgaben steht aber für mich auch die Mannschaft, die zum einen die Vorgaben vom Trainer auch umsetzen muss, zum anderen aber auch aus sich selbst heraus die Wende schaffen muss. Die älteren Spieler müssen vorangehen und dem gerecht werden, was man auch von ihnen verlangt und wofür sie teilweise auch geholt wurden. Nehmt ENDLICH den Abstiegskampf an und haut wirklich jedes Mal alles raus, was ihr habt. Und da MUSS mehr da sein, als man gegen Mainz gesehen hat!

Ich bin der Meinung, dass man diese Phase einfach zunächst mal aushalten muss, ohne dabei aber den kritischen Blick auf die Dinge zu verlieren. Und ja, es sind nun beim VfB viele zum Handeln aufgerufen – aber bitte ohne dabei in panikartigen Aktionismus zu verfallen.

Das Titelbild durfte ich mir von vfb-bilder.de entleihen, deren Bilder mal wieder deutlich besser sind als das Ergebnis des Spiels. Vielen Dank!