Zurück in die Spur? Ganz klar: Jein …

Zurück zum Sport! (Auch wenn ich trotzdem jedem meinen Text zur verlorengegangenen Identität des VfB an Herz legen möchte und ich auch in diesem Beitrag noch einen kleinen Exkurs zum Außersportlichen machen muss).

Die Borussia aus Mönchengladbach war am Sonntag zu Gast in der Mercedes-Benz-Arena. Eine Mannschaft, die in etwas höheren Tabellenregionen zu finden ist, die letzten Spiele allerdings nicht erfolgreich gestalten konnte. Vor seinem ersten Heimspiel hatte Trainer Tayfun Korkut mit seinem Spruch „Das ist unser Platz!“ durchaus eine Ansage gemacht und dazu auch klar formuliert, dass man das eigene Spiel durchziehen und sich nicht zu sehr am Gegner ausrichten wolle. Gespannt konnte man auch sein, inwieweit das heimische Publikum noch auf die Entlassung von Hannes Wolf reagieren würde (um es kurz zu machen: gar nicht).

Ich persönlich habe mich durchaus mit gemischten Gefühlen auf den Weg ins Stadion gemacht. Zum einen hängt mir die Gesamtsituation im Verein nach, zum anderen hatte ich aber nur zu gut noch den lustlosen Auftritt gegen Schalke im Hinterkopf. Eine Kombination, die die Vorfreude nicht gerade auf ungeahnte Höhen trieb.

Nach dem (durchwachsenen) Spiel, drei Punkten und der Freude über das Tor bin ich für mich zu dem Entschluss gekommen, Sport und Vereinspolitik ein Stück weit zu trennen. Ich möchte mir nicht die Emotionen vermiesen lassen, die man im Stadion fühlen muss. Ich möchte mich freuen, wenn die Mannschaft gewinnt und ärgern wenn sie verliert. Ganz klar ist aber auch, dass kein Sieg, kein Tor (und kein Klassenerhalt) irgendwie in die Richtung geht, den Verantwortlichen zu bescheinigen, schon alles richtig gemacht zu haben. Spiele (vielleicht auch eine ganze Saison) sind immer nur Momentaufnahmen, wenn es aber am großen Ganzen krankt, dann darf man dies nicht wegen ein paar Punkten aus dem Auge verlieren. Und das werde ich – so wie andere auch – ganz gewiss nicht tun!!

Jetzt aber wirklich zurück zum … Ihr wisst schon.

Schon vor dem Spiel war klar, dass der VfB sich gegen Gladbach würde weiter steigern müssen, um hier zählbares mitzunehmen. Zwar machten sich unter der Woche mal wieder alle mit der zweiten Halbzeit gegen Wolfsburg Mut, wenn man aber ehrlich ist, dann war dies zunächst schon auch ein Pfeifen im Walde. Denn der zweiten Halbzeit stand eben auch mal wieder die erste gegenüber, in der der VfB mächtig am Schwimmen war. Allerdings hatte der neuen Trainer nun ja auch mehr Zeit gehabt mit der Mannschaft zu arbeiten und ihnen seine Vorstellung vom Spiel nahezubringen.

Im Gegensatz zu den letzten Spielen startete der VfB stark in das Spiel, machte Druck und schoß auch schon fast folgerichtig bereits nach wenigen Minuten das goldene Tor dieses Tages. Tatsächlich war eine Zielstrebigkeit zu erkennen, die man lange vermisst hat. Teilweise konnte man sogar schon von „geordnetem Spielaufbau“ und „Zug zum Tor“ sprechen. Eigenschaften, die den Stuttgartern abhanden gekommen zu sein schienen. Tatsächlich war es also teilweise gar nicht so schlecht anzusehen, was die Mannschaft dort über Strecken der ersten Halbzeit bot. Schaut man aber mal genau hin (und das wurde dann in der zweiten Halbzeit sehr offensichtlich), dann passt noch Vieles nicht beim VfB. Zum Beispiel musste man teilweise das Gefühl haben, dass die Laufwege der Mitspieler komplett unbekannt waren und man sich erst aneinander gewöhnen muss. Und ja, vielleicht lässt sich es gegen eine Mannschaft wie Gladbach mit Ambitionen auf Europa nicht verhindern, aber spätestens in der zweiten Halbzeit nur noch hintenreingedrückt zu werden und keine Akzente mehr nach vorne setzten zu können, macht nicht gerade Mut für die Spiele gegen noch schwerere Gegner. Immerhin, auch das muss gesagt werden, hat es die Mannschaft dann mit vereinten Kräften geschafft, den eigenen Kasten sauber zu halten und so am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. Die drei Punkte sind wichtig für den Klassenerhalt, genauso wichtig sollte aber auch die Erkenntnis sein, dass noch sehr viel Arbeit wartet. Zurück in der Spur ist der VfB also trotz ein paar guter Ansätze noch lange nicht …

Hervorzuheben sind aus meiner Sicht heute drei Spieler. Benjamin Pavard hat eine bärenstarke Leistung in der Abwehr gebracht, die einen Holger Badstuber nicht vermissen ließ. Emiliano Insua konnte in einigen Szenen endlich mal wieder an die Leistung anknüpfen, die ihn in der vergangenen Saison zu einer der Säulen des Aufstieges gemacht hat. Und ganz besonders gut hat mir auch Erik Thommy gefallen, dem zwar noch nicht alles gelungen ist, der aber mit unglaublicher Motivation zu Werke gegangen ist und seinen Gegenspielern durch seinen Einsatzwillen das Leben schwer gemacht hat. Well done!


Kennst Du schon die „Nachspielzeit“? Den Podcast, in dem es nur am Rande um das sportliche, aber immer um den VfB geht? Wenn nicht dann gleich in der Podcast-App Deiner Wahl abonnieren oder direkt hier über das Internet hören: