Open mind for a different view

Ich habe dieser Tage einige, teils längere, Gespräche mit Personen aus dem näheren Umfeld des VfB geführt. Personen, die auf viele Dinge – nicht auf alle – eine andere Sicht haben als ich. Es waren ganz gute Gespräche, in denen aber auch deutlich formuliert wurde, dass einige Äußerungen im Blog oder Podcast doch sehr einseitig seien und nicht das ganze Bild wiedergeben würden (insbesondere die VIERERKETTE ist hier auf einige, nun ja, „Resonanz“ gestoßen).

Grundsätzlich ist dieser Punkt nicht falsch. In einer ausgewogenen Diskussion sollte es idealerweise so sein, dass alle Argumente und Standpunkte zur Sprache kommen oder beleuchtet werden. Nun ist ein Blogbeitrag keine Diskussion und auch eine Podcast-Folge erfüllt die Kriterien eher selten (v.a. wenn es sich um einen Monolog handelt). Dennoch kann man natürlich auch für diese Formate einfordern, inhaltlich zumindest etwas ausgewogener gestaltet zu werden. Und last but not least sollte natürlich auch immer der Ton angemessen sein.

Wenn ich hier mal sowohl die Einträge im Blog als auch die Nachspielzeit reflektiere, würde ich für mich in Anspruch nehmen, ganz überwiegend sachlich und teilweise auch ausgewogen zu sein. Letzteres ist allerdings nicht immer der Fall. Das mag daran liegen, dass ich mir eine Meinung zu Themen gebildet habe und diese auch entsprechend vertrete. Manche Dinge auch mal ganz bewusst zugespitzt formuliert sind. Oder mir auch schlicht und einfach Informationen fehlen. Und letzteres ist dann auch der eigentliche Aufhänger für diesen Beitrag. Denn zumindest mir geht es so, dass oftmals schlicht und einfach tiefergreifende Einblick fehlen, um entsprechend schreiben zu können.

Ein Beispiel: Es wurde in den letzten Wochen ja immer wieder von Seiten des VfB darüber gesprochen, dass man (unter der Führung von Wolfgang Dietrich) ja hervorragende Rahmenbedingungen geschaffen habe. Wenn dem so ist, dann stellt sich aber die Frage: welche denn jetzt genau? Die Modernisierung der Rasenplätze und die VfB Akademie hat man noch mitbekommen. Dass aber mittlerweile die Jugendabteilung finanziell fast komplett auf eigenen Beinen steht und somit unabhängig vom Profibetrieb ist, darüber wird nicht gesprochen (weiter Details z.B. zur Geldquelle fehlen mir dazu). Dass der e.V. durch die steigende Zahl der Mitglieder ebenfalls finanziell auf soliden Füßen steht, wäre zumindest ein Erklärungsansatz für die penetrante Mitgliederwerbung (ich vermute dahinter allerdings andere Motive).

Wenn man also mir (und anderen) vorwirft, einseitig zu sein, dann gehört aber auf der anderen Seite auch dazu, dass es eben an Transparenz und Informationsfluss fehlt, der bei manchen Themen eine differenzierte Betrachtung überhaupt erst möglich machen würde. Woran das liegen mag, darüber kann ich nur spekulieren (auf jeden Fall habe ich mir dafür in einem der erwähnten Gespräche dazu schon einen Rüffel abgeholt). Beschäftige ich mich nicht tief genug mit dem VfB? Fehlen mir die richtigen Quellen? Denkt der VfB, dass uns Mitglieder und Fans sowas nicht interessiert? Möchte er die Informationen ganz bewusst nicht teilen? Oder hat man sich im Club noch gar nicht so richtig Gedanken darüber gemacht und Defizite in der Außenwahrnehmung auch damit verknüpft?

Immerhin, so viel kann ich schon mal sagen, wird es zu diesem Thema im Podcast (wahrscheinlich nach der Saison) einen ersten Dialog mit dem Verein geben, um dieses Missverhältnis etwas aufzuheben. Das kann ich nur begrüßen und finde es auch einen richtigen und guten Ansatz. Eine eigene Sicht auf die Dinge werde ich natürlich trotzdem behalten und auch weiterhin, wo für mich angebracht, in den kritischen Diskurs gehen. Aber das wird der VfB schon aushalten …

Und falls jemand nicht wissen sollte, woher die Referenz zum Titel dieses Beitrages kommt … bitteschön: