Besuch im NLZ

Im Rahmen der Mitgliederversammlung im Juli habe ich an einem Gewinnspiel teilgenommen, bei dem es unter anderem einen Besuch des Nachwuchsleistungszentrums und des Mannschaftstrainings zu gewinnen gab. Ich hatte dieses Gewinnspiel in den zurückliegenden Monaten schon total vergessen (war ja auch genug los beim VfB), als Anfang November eine Einladung in das NLZ in der Post lag. Gemeinsam mit meinem Co-Podcaster Daniel habe ich die Einladung gerne angenommen, schließlich bekommt man ansonsten so gut wir gar keinen Blick hinter die Kulissen im NLZ. Im Folgenden möchte ich ein paar Eindrücke dieses Tages festhalten.

Geführt von einer sehr netten Mitarbeiterin des NLZ führte uns unser erster Weg in die Katakomben des NLZ unterhalb der Terrasse des Clubrestaurants, in dem die Kabinen aller U-Mannschaften liegen. Aufsteigend von der U11 wird so allen Spielern schon von Anfang an vor Augen geführt, wie man sich ganz praktisch von Kabine zu Kabine vorarbeiten kann (und muss).

Blick in den Kabinengang, ganz vorne rechts ist die Kabine der U11

Tatsächlich werden die Kabinen mit zunehmendem Alter größer und komfortabler, eine gewisse Hackordnung muss also wohl schon sein. Ein nettes Detail war der völlig demolierte Fernseher in einer Kabine, da er von den Jungs von der Wand geschossen wurde. Ihn nicht direkt durch ein neues Gerät zu ersätzen finde ich übrigens vom pädagogischen Standpunkt aus völlig richtig. Apropos pädagogisch sinnvoll: Schon hier unten ist auch ein großes Plakat aufgehängt, dass die Eckpunkte der Mentalität enthält, die im NLZ gelebt werden soll (an anderer Stelle im NLZ sind diese nochmal für alle einsehbar konkreter ausformuliert):

Unter dem Hauptgebäude angekommen ging es dann über eine Treppe in das Erdgeschoss, dass in der Hauptsache von Büros dominiert wird. Auf den Ausblick auf das Stadion oder die Trainingsplätze von diesen Büros aus kann man schon mal neidisch werden. Die meisten Abteilungen haben hier ihre Büros,von der NLZ-Leitung, über die Psychologen, den Leiter des Internats bis hin zu den Datenanalysten und anderen. Insgesamt scheint der Platz meinem Eindruck nach aber eng zu werden. Das Stockwerk darüber wird von den Fitnesseinrichtungen und den Büros für die Physios/Ärzte dominiert. Die Einrichtung kann sich durchaus sehen lassen und ist sicherlich vom Ambiente schöner als die Container, in denen sich die Profis (übergangsweise) fit halten.

Interessant fand ich, dass am Abend diesen Tages eine Veranstaltung für die Eltern der Spieler stattfand, die sich dem Schwerpunktthema „Depressionen“ annahm (auch im Zusammenhang mit dem Jahrestag des Todes von Robert Enke). Tatsächlich ist die Arbeit mit den Eltern auch ein wichtiger Bestandteil im NLZ, in diesem Fall getrieben von den Psychologen. Auch den Eltern kommt selbstverständlich eine wichtige Aufgabe in Hinblick auf die Entwicklung der Kinder zu, bei deren Bewältigung Hilfe sicherlich nicht schaden kann und manchmal vielleicht auch wirklich notwendig ist.

Sehr beliebt vor allem bei jüngeren Spielern: Der Fußballtennis-Platz

Insgesamt wurde unsere kleine Gruppe während des Rundganges überall sehr freundlich und positiv aufgenommen. Wir konnten uns kurz mit einigen Mitarbeitern austauschen und hatten zu keinem Zeitpunkt das Gefühl zu stören. Es herrscht sowohl räumlich (viel Glas im Gebäude) als auch im übertragenen Sinne meinem Eindruck nach eine sehr offene Atmosphäre. Eine Offenheit, die sich ganz eindrücklich auch darin zeigt, dass die Distanz zwischen den Jugendmannschaften und den Profis wieder aufgehoben ist (wir erinnern uns alle noch an dem unsäglichen Verhaltenskodex, der im letzten Jahr an die Öffentlichkeit gelangt war).

Nach dem Rundgang hatten wir noch die Gelegenheit, beim Training zuzuschauen. Das war zwar für mich nicht das erste Mal, aber die Perspektive aus dem Bereich, der normalerweise für Besucher gesperrt ist, war neu. Mit uns verfolgten auch Sven Mislintat und Michael Meusch das Training. Beide waren ebenfalls total aufgeschlossen und offen für Gespräche (auch wenn wir uns da größtenteils zurückgehalten haben).

Mannschaftskreis zum Trainingsende

Das Training an diesem Tag war geprägt von einer sehr intensiven Einheit auf kleinem Feld, auf dem drei Mannschaften ein kleines Turnier spielten. Ziel war es sich auf engem Raum in aussichtsreiche Torabschlußpositionen zu bringen. Im Prinzip wurde also genau das trainiert, was in den letzten Spielen immer wieder problematisch war und schlußendlich einen nicht unwesentlichen Anteil an den Niederlagen hatte. Alle Spieler waren tatsächlich mit großem Engagement beim Training, der Wettbewerbsgedanke war spürbar. Interessant wurde es dann noch, als wir aufgrund unserer Position mithören konnten, wie sich Tim Walter nach dem Training bei der Mannschaft für die hohe Intensität bedankt und sich insgesamt zufrieden gezeigt hat. Während die Mannschaft nach ein paar Autogrammen dann in die Kabine ging, gab es für Ascacibar und Coulibaly noch eine kurze Sondereinheit mit dem Fitnesstrainer.

Insgesamt war dies ein rundum positiver Nachmittag, der spannende Informationen beinhaltete und durch die sehr freundliche Betreuung abgerundet wurde. Vielen Dank VfB!

Und ich sag mal so: Für die NACHSPIELZEIT hätten wir schon einige Podcast-Ideen rund um das NLZ …